Dieses Kolloquium findet online statt. (Teams)
Durch Klimawandel, steigende Bevölkerungszahlen und zunehmende Industrialisierung verschärft sich die globale Wasserknappheit, was neue Strategien und oftmals eine Mehrfachnutzung von Wasser erforderlich macht. Im Jahr 2025 stellte eine Studie des ISOE im Auftrag des BUND fest, dass 201 von 401 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland als potenziell von strukturellem und/oder akutem Grundwasserstress durch Übernutzung oder sinkenden Pegelständen betroffen sind. Die Gründe hierfür sind regional sehr unterschiedlich. Die im Jahr 2020 verabschiedete EU-Verordnung 2020/741 zum water reuse ist seit dem 25. Juni 2023 in Kraft getreten. Durch die Wasserwiederverwendung von aufbereitetem Abwasser soll der u.a. durch den Klimawandel hervorgerufene Stress insbesondere in der Landwirtschaft abgemildert werden. Hierzu wurden in der EU-Verordnung vier Güteklassen (A bis D) mit Wasserqualitäts-anforderungen an das aufbereitete Wasser und dem landwirtschaftlichen Verwendungszweck definiert. Auf nationaler Ebene steht die Integration in das deutsche Wasserrecht zwar noch aus, seit letzten Sommer liegt aber der Gelbdruck des Merkblatts M 1200 der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) zur Umsetzung der Wasserwieder-verwendung in Deutschland vor. Es gibt insbesondere auch konkrete Hinweise für die Anwendung von Wasserwiederverwendung für Landschaftsbau, Freiflächenpflege und weitere urbane Anwendungen.
Verschiedene Forschungsprojekte, u.a. in der BMFTR-Fördermaßnahme WavE Wassertechnologien:Wasserwiederverwendung, haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass die Wasserwiederverwendung aus Abwasser nicht an der Technologie scheitert. Gerade in Zusammenhang mit der bis Mitte 2027 in nationales Recht zu überführenden kommunalen Abwasserrahmenrichtlinie (KARL) ergeben sich für einige Regionen in Deutschland Synergiepotentiale. Was muss also in Deutschland geschehen, dass die Wasserwiederverwendung erfolgreich etabliert werden kann? Dieser Frage wollen wir in dem Kolloquium gemeinsam mit Experten der DWA, der Landwirtschaftskammer NRW und der angewandten Forschung (IWW) nachgehen.
Programm
| 14:00 | Begrüßung und kurze Einführung in das Thema | Volkmar Keuter, Bereichsleiter Wassertechnologie, IWW Institut für Wasserforschung gGmbH |
| 14:05 | Umsetzung von Wasserwiederverwendung in Deutschland | Prof. Dr. Jens Haberkamp, FH Münster, Institut für Infrastruktur·Wasser·Ressourcen·Umwelt (IWARU), Vorsitzender der DWA-AG KA-8.4 Wasserwiederverwendung |
| 14:45 | Mikrobiologische Wasserqualität bei Water Reuse: eine Momentaufnahme statt ein fester Wert | Dr. Andreas Nocker, Stellv. Bereichsleiter Angewandte Mikrobiologie, IWW Institut für Wasserforschung gGmbH |
| 15:15 | Pause | |
| 15:30 | Wasserwiederverwendung aus Sicht der Landwirtschaft | Dr. Tobias Heggemann, Landwirtschaftskammer NRW, Geschäftsbereich 2 – Ländliche Entwicklung, Ressourcenschutz |
| 16:10 | Vom Wasserwerk bis zur Landwirtschaft – Potentiale der Wiederverwendung | Dominic Röher, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Wassertechnologie, IWW Institut für Wasserforschung gGmbH |
| 16:40 | Abschlussdiskussion und Zusammenfassung | Volkmar Keuter, Bereichsleiter Wassertechnologie, IWW Institut für Wasserforschung gGmbH |
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