Dieses Kolloquium findet online statt. (Teams)
Der Wasserbedarf in Deutschland verändert sich spürbar. Klimawandel, demografische Entwicklungen, veränderte Siedlungs- und Wirtschaftsstrukturen sowie neue industrielle und energetische Nutzungen stellen Wasserversorgungsunternehmen, Behörden und Planungsbüros zunehmend vor die Aufgabe, zukünftige Bedarfe verlässlich einzuschätzen. Gleichzeitig nehmen die Anforderungen an Versorgungssicherheit, Ressourcenschutz und eine vorausschauende Infrastrukturplanung weiter zu. Wasserbedarfsprognosen gewinnen damit als Grundlage strategischer Entscheidungen erheblich an Bedeutung.
Während in der Vergangenheit häufig langjährige Verbrauchsdaten als alleinige Planungsgrundlage ausreichten, müssen heutige Prognosen eine deutlich größere Bandbreite an Einflussfaktoren berücksichtigen. Dazu zählen unter anderem Temperatur- und Niederschlagsentwicklungen, Spitzenbedarfe in Trockenperioden, Bevölkerungs- und Gewerbeentwicklung, Veränderungen im Nutzerverhalten sowie Unsicherheiten durch neue Wasserbedarfe, etwa im Zuge der Transformation von Industrie und Energieversorgung. Die Herausforderung besteht darin, diese unterschiedlichen Einflussgrößen methodisch belastbar zusammenzuführen und die Ergebnisse so aufzubereiten, dass sie für Planung, Genehmigung und betriebliche Entscheidungen nutzbar sind.
Das Kolloquium gibt einen Überblick über die Hintergründe und aktuellen Herausforderungen der Wasserbedarfsentwicklung, den regulatorischen Rahmen sowie den Stand von Wissenschaft und Technik bei der Erstellung von Wasserbedarfsprognosen. Dabei werden sowohl methodische Grundlagen als auch praktische Anwendungsfragen betrachtet: Welche Daten sind erforderlich und verfügbar? Wie können Unsicherheiten und Szenarien sinnvoll abgebildet werden? Welche Rolle spielen Klimaprojektionen, sozioökonomische Entwicklungen und regionale Besonderheiten? Und wie lassen sich Prognosen in konkrete Maßnahmen zur Sicherung der Wasserversorgung überführen?
Im Fokus stehen praxisnahe Methoden, konkrete Anwendungsbeispiele und die Frage, wie Wasserbedarfsprognosen als belastbares Instrument für langfristige Versorgungsstrategien, Wasserrechtsverfahren, Infrastrukturentwicklung und regionale Wasserkonzepte genutzt werden können. Darüber hinaus bietet das Kolloquium Gelegenheit für Fragen, fachlichen Austausch und Diskussionen zu einem Thema, das für die Versorgungssicherheit der kommenden Jahre von zentraler Bedeutung ist.
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