Per- und polyfluorierte Substanzen (PFAS), auch als „Ewigkeitschemikalien“ bekannt, gehören zur Stoffgruppe der organischen Fluorverbindungen. Aufgrund ihrer hohen Persistenz und weiten Verbreitung in der Umwelt sowie ihrer toxikologischen Eigenschaften werden sie als besonders bedenklich eingestuft.
In einer aktuelle Studie wurden entlang eines Fließgewässers Wasserproben entnommen und mit unterschiedlichen Methoden analysiert. Es zeigte sich, dass über die gängigen Routineanalysen von etwa 20 PFAS, weniger als fünf Prozent des Anteils am organischen Fluor erklärbar sind. Damit wird der überwiegende Teil dieser Stoffgruppe mit den derzeit üblichen Untersuchungsmethoden nicht erfasst. Die Routineanalysen bilden somit lediglich die Spitze des Eisbergs ab.
Zudem konnten über effektbasierte Untersuchungen Proben identifiziert werden, in denen bisher unbekannte, toxikologisch relevante, fluorierte Verbindungen enthalten sind.
Die Studienergebnisse werfen zahlreiche neue Fragen auf, die in weiteren Untersuchungen beantwortet werden müssen. Dazu gehört neben der Identifizierung von bislang unbekannten organischen Fluorverbindungen auch die Klärung ihrer Eintragspfade und ihr Transport und Verbleib im Fließgewässer. Zudem stellt sich die Frage, wie Gewässer künftig besser überwacht und wie Umwelt und Mensch wirksamer vor Chemikalien geschützt werden können.
Die vollständige Studie wurde in der Fachzeitschrift Toxics veröffentlicht (Link zur Publikation).
