24. September 2026

Neues Verfahren zur Erkennung von Schadstoffen im Wasser gewinnt Mülheim Water Award 2026

Zum zehnten Mal wurde am 16. September 2026 der Mülheim Water Award verliehen. Der von der GERSTEL GmbH & Co. KG, unterstützt durch Velaris, und der RWW Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft mbH gestiftete und mit 10.000 Euro dotierte Preis ging an das Projekt „GCI-Rohrpassivsammler“. Die Auszeichnung wurde von Mülheims Oberbürgermeister Marc Buchholz als Schirmherr des Awards im Rahmen des Mülheimer Wasseranalytischen Seminars in der Stadthalle Mülheim überreicht.

Das ausgezeichnete Projekt „GCI-Rohrpassivsammler“ erweitert die Möglichkeiten des Wasser-Monitorings durch einen innovativen Passivsammler für Schadstoffe in einem Bypass-System mit geregeltem Messwasserstrom. Das patentierte und bereits erfolgreich erprobte Verfahren eignet sich für den Einsatz in Roh-, Trink- und Klarwasser sowie im Grundwasser-, Brunnen- und Kläranlagenmonitoring.

Durch die zeitintegrierte Probenahme können auch sehr niedrige oder stark schwankende Schadstoffbelastungen zuverlässiger erfasst werden als mit klassischen Stichproben. Gleichzeitig reduziert sich der Aufwand für Probenahme und Analytik. Dank eines übertragbaren Kalibrierungskonzepts und der Nutzung kommerzieller Extraktionsmaterialien lässt sich ein breites Spektrum an Stoffen an unterschiedlichen Standorten überwachen. Damit verbessert das Verfahren die Datengrundlage für Risikobewertungen und Schutzmaßnahmen und leistet einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Schutz von Wasserressourcen.

Eingereicht wurde das Projekt von Jörg-Helge Hein von der GCI GmbH aus Königs Wusterhausen gemeinsam mit Dr. Frederik Zietzschmann und Tobias Hensel von den Berliner Wasserbetrieben.

In seiner Laudatio würdigte Oberbürgermeister Marc Buchholz die besondere Rolle des Awards für den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Forschungsthemen in der Wasserwirtschaft entstünden häufig unmittelbar aus den Herausforderungen der praktischen Anwendung, während Forschungsergebnisse vielfach direkt in die Praxis überführt werden könnten. Der Mülheim Water Award leiste seit zwei Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag, diese Verbindung zu stärken und Innovationen für eine sichere und nachhaltige Wasserversorgung zu fördern.

Für den Mülheim Water Award 2026 konnten sich Interessierte aus Europa mit Projekten zum übergeordneten Thema „Innovationen für eine nachhaltige Wasserwirtschaft und sichere Trinkwasserversorgung“ bewerben. Der Award wurde erstmals 2006 verliehen und feierte 2026 seine zehnte Auslobung. In bislang zehn Wettbewerbsrunden wurden rund 200 Bewerbungen aus 25 europäischen Ländern eingereicht. Die ausgezeichneten Projekte repräsentieren die gesamte Bandbreite wasserwirtschaftlicher Innovationen, von neuen Technologien und analytischen Verfahren bis hin zu digitalen und interdisziplinären Lösungsansätzen.

Mit dem Mülheim Water Award zeichnen die Stifter GERSTEL GmbH & Co. KG, unterstützt durch Velaris, und die RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH praxisorientierte Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie innovative Konzepte in den Bereichen Trinkwasserversorgung und Wasseranalytik aus. Ziel des Preises ist es, Innovationen in der europäischen Wasserwirtschaft zu fördern und den Transfer von Forschungsergebnissen in die praktische Anwendung zu unterstützen.

Weitere Informationen unter www.muelheim-water-award.com.

 

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