Auf dem Bild zu sehen sind: Geschäftsführer Avacon Wasser Thomas Meyer (v. l.), BDEW Mitglied der Hauptgeschäftsführung und Hauptgeschäftsführer Wasser und Abwasser Martin Weyand, Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch, Avacon-CEO-Matthias Boxberger, Geschäftsführer Avacon Wasser Thorsten von Neubeck und der niedersächsische Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz Christian Meyer.
Copyright Bild: Avacon GmbH
Im Mai 2026 ist das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Forschungsprojekt WaTsup – Wärmegewinnung aus Trinkwasser: sicher und praktikabel offiziell gestartet. Ziel des Verbundprojekts ist es, das bisher weitgehend ungenutzte Potenzial von Trinkwasser als regenerative Wärmequelle für die Wärmewende zu erschließen und gleichzeitig höchste Anforderungen an Trinkwasserhygiene und Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Ein erster wichtiger Meilenstein wurde am 24. Juli 2026 erreicht: Auf dem Gelände des Avacon-Wasserwerks in Lüneburg wurde die Pilotanlage zur Wärmegewinnung aus Trinkwasser feierlich in Betrieb genommen. Zu den Gästen der Veranstaltung zählten auch der Niedersächsische Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Christian Meyer und Lüneburgs Oberbürgermeisterin, Claudia Kalisch.
Gemeinsam an innovativen Lösungen für die Wärmeversorgung arbeiten
Das Verbundprojekt wird von IWW Zentrum Wasser, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Avacon Wasser GmbH und swb Services GmbH gemeinsam bearbeitet. Das IWW übernimmt die Projektkoordination. Darüber hinaus unterstützen zahlreiche Wasserversorgungsunternehmen, Stadtwerke, Verbände und Netzbetreiber das Vorhaben als assoziierte Partner.
Trinkwasser als regenerative Wärmequelle nutzen
Die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung gehört zu den größten Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte. Insbesondere in dicht besiedelten Gebieten stehen häufig nur begrenzte Flächen für Geothermie oder andere erneuerbare Wärmequellen zur Verfügung. Trinkwassernetze bieten dagegen eine nahezu flächendeckend vorhandene Infrastruktur mit einem vergleichsweise stabilen Temperaturniveau.
Vor diesem Hintergrund untersucht WaTsup, wie Wärme aus Trinkwasser künftig sicher, wirtschaftlich und nachhaltig genutzt werden kann. Neben ihrem Beitrag zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung könnte die Technologie auch dabei helfen, den klimawandelbedingten Temperaturanstieg im Trinkwasserverteilnetz zu begrenzen.
Forschung unter realen Betriebsbedingungen
Die Forschungsarbeiten basieren auf insgesamt vier Fallstudien. Die neue Pilotanlage in Lüneburg dient dabei als Demonstrations- und Forschungsstandort für den Einsatz der Technologie unter realen Betriebsbedingungen.
Ergänzend werden zwei bestehende Anlagen in Warringholz und Neumünster wissenschaftlich begleitet. Darüber hinaus untersucht das Projekt am Beispiel Bremen das Potenzial einer großskaligen Wärmegewinnung aus Trinkwasser für die Versorgung ganzer Quartiere.
Mit den verschiedenen Fallstudien sollen wissenschaftliche, technische und betriebliche Erkenntnisse gewonnen werden, die eine sichere und breite Anwendung der Technologie in Zukunft unterstützen.

